Nach dem gestrigen Trubel und einer Frostnacht wieder Stille. Im späten Vormittag besichtigt mal ein Kind die Überreste der Schneefiguren. Der Hase von Lou und Marie ist noch ganz gut zu erkennen. Gestern hatte ihn jemand für ein Känguru gehalten, und so stand es dann im Tagebuch. Hier die offizielle Richtigstellung! wink
Die Stimmungen schwanken, so scheint es, bei den meisten viel stärker als sonst. Und das Bedürfnis nach realer, nicht nur virtueller Begegnung wird immer größer. Auf Anregung von Willy trafen sich heute vier oder fünf von uns und tauschten sich (mit gebotenem Abstand) aus. Vielleicht sind kleine Runden denkbar, wo wir über ein bestimmtes Thema reden, bei gutem Wetter an der Feuerstelle. Eine Art „fishbowl“, und jemand schreibt ein Protokoll für alle.
Beispielsweise zum Thema „Exit“, wann und wie wir aus dem Stillstand des Lebens wieder herauskommen. Auf Anfrage haben einige spontan etwas dazu aufgeschrieben, Persönliches und Politisches. Diese Beiträge werden wir ab heute einstellen, drei, vier Tage lang.
Abends zum zweiten Mal Samba – Manfred macht Regie vom Podest, verteilt die Rollen: Klatschen, Füße Stampfen, Rasseln, „und jetzt die Balkone ganz oben“. Weil der Monat zu Ende geht, muss „Im Märzen der Bauer“ noch dran. Und, fast schon ein Ritual, „Abendstille überall“.

Ulla

 

Stimmen – Beiträge – Interviews

 

 

Clara

Macht Homeoffice dick? Social distancing auf alle Fälle!!
Heute war ein blöder Homeoffice-Nachmittag: u.a. brach mitten in einem Krisentelefonat die Leitung zu unserem Dienstserver ab. Ich hatte folglich keinen Zugriff mehr auf die erforderlichen Kontaktdaten, um dringend nötige weitere Schritte einzuleiten.
Wenn so etwas im Büro passiert, kann ich z.B. zu einer Kollegin gehen,
kurz meinen Frust loswerden und dann gemeinsam eine Lösung finden.
Tja … auch wenn ich im Homeoffice immer mal wieder meine Kolleg*innen vermisse, kann ich mich darauf verlassen, dass in der LeNa Food-Coop Schokolade liegt ….
Und morgen ist ein neuer Tag.

Willy

Wochenbeginn mit einem Monday morning blues. Der zweite Lagerkoller nach einem recht wechselhaften, kalten, aber auch sonnigen Wochenende.
Immer wieder Gartenarbeit, zum Glück, denn ich liebe die sinnvollen Begegnungen bei der Gartenarbeit hier bei uns.
Sicherheitsabstand und Infektionsschutz ja, aber „social distancing“, wie in den USA propagiert, halte ich für falsch, denn wir brauchen jetzt mehr denn je Kontakt.
Ich lese heute Morgen in dem neuen Buch von Rutger Bregman IM GRUNDE GUT, dass die gesundheitlichen Folgen eines Mangels an Kontakt mit dem Rauchen von 15 Zigaretten pro Tag vergleichbar sind. „Unser Geist braucht in gleichem Maße Kontakt zu anderen wie unser Körper Nahrung.“
So haben wir letzte Woche viele Stunden mit den neuen Formen der sozialen Kontaktaufnahme via Skype und Facetime mit Einrichten und Lernen verbracht.
Denn wir wollen nicht zu der Gefahr beitragen, wegen unseres Alters diskriminiert zu werden – davor habe ich große Sorge. Bin ich wirklich selbst ein Teil der Risikogruppe und soll nicht mehr rausgehen? Oder mich selbst sozial isolieren durch Einschränkung des Kontakts zu meinen Liebsten? Oder staatlich verordnet noch 3-4 weitere Wochen aus dem gesellschaftlichen Leben verbannt bleiben?
Ja, es wird Ausstiegsszenarien geben müssen, aber im Moment herrscht noch die Angst vor, da der Höhepunkt der Coronakrise noch nicht erreicht ist. Dazu wie bei der Klimakrise „das Unvermögen zuzugeben, dass neben Problemen auch Lösungen exponentiell wachsen können“.
Soziale Kreativität ist gefragt: Vielleicht wäre ein Versuch für eine Exit-Strategie, eine Lockerung vorzunehmen. Dass wir uns in kleineren Gruppen treffen, abgestuft und phasenweise in einzelnen gesellschaftlichen Bereichen, so wie es jetzt schon in einzelnen Betrieben praktiziert wird. Das heißt für Schulen dann erst Unterstufen-, dann Mittelstufenunterricht und für die älteren projektbezogene Arbeitsgruppen neben dem kontrollierten Online-Schooling.
Apropos Infektionsschutz: Ich habe jetzt schon verschiedene Modelle von Mundschutz genäht und auch verschenkt. Als ich heute mit meinem ‚provencalischen Modell‘ einkaufen und zur Apotheke ging, hat mich nicht mal meine altbewährte Apothekerin erkannt, so gut war ich geschützt. Ich fühlte mich mit Handschuhen und Maske sicher und werde auch wieder rausgehen.

Uwe

Wenn man die Zahlen von Erkrankungen und Toten in den letzten Tagen betrachtet, ist es absolut zu früh, jetzt über Exit nachzudenken. Ich fürchte, dass die Schutzmaßnahmen vielleicht sogar noch verschärft werden müssen. Jeden Morgen wachen wir auf und sind erschrocken, was in der Welt geschieht. Also: Durchhalten und zusammenhalten!

Margarete

Mich verunsichert und bedrückt die ganze Situation natürlich enorm, da sie für mich existenzgefährdend ist. Einerseits möchte ich, Dass unser Geschäft schnell wieder öffnen kann, andererseits ist die Kontaktsperre sehr sinnvoll und notwendig. Ich glaube, dass uns nichts anderes übrig bleibt als die nächsten Wochen abzuwarten und zu sehen, wie die Entwicklung weiter geht. Ich für meinen Teil sehe mir gerade nur noch die notwendigste Corona-Information an, da Angst mich lähmt, und das ist das letzte,  was ich brauche!
Es tut gut, so viel Solidarität zu erleben, das hilft, damit Mut und Kreativität wieder wachsen können.

 

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