„Kommt rein!“ Wie lange habe ich diesen Satz schon nicht mehr gesagt? Vor Corona war das so: Es klingelt, zwei Freundinnen stehen vor der Tür, oder ein Nachbar, oder Kinder, deren Ball sich auf unseren Balkon verirrt hat. Sie kommen einfach rein, die Kleinen stürmen manchmal direkt ins Wohnzimmer, ohne die Schuhe auszuziehen…
In unseren Köpfen ist das immer noch so. Und obwohl unser Aktionsradius klein geworden ist, sind wir in unseren Gedanken ständig mit der Welt verbunden. Weil wir global denken und gut vernetzt sind, Familienangehörige in Frankreich oder Kalifornien leben, manche von uns im Ausland gearbeitet haben – Russland, England, Tansania, Kambodscha. Unsere Freund*innen sind über den halben Erdball verstreut. Wie geht ihnen gerade? Wie verläuft Corona in den Ländern, die wir näher kennen?
Heute schauen wir in die Welt: Anni erzählt von ihren Sorgen um die Tochter, die in Andalusien lebt. Uwe von seinem Freund Lutz van Dijk, der in einem Township bei Kapstadt ein Kinderheim für Aids-Waisen aufgebaut hat.
Auch Polly richtet ihren Blick nach Afrika, wo sie als Mitarbeiterin in der Entwicklungszusammenarbeit unterwegs war. Und zwar nach Ruanda, dort wird in diesen Tagen kwibuka begangen, das jährliche Gedenken an den Genozid 1994. Sie legt einen Text von 2012 bei, den sie nach einem Besuch der Gedenkstätte im Dorf Murambi geschrieben hat. Passend zu unserem Gedenken an die Opfer des NS-Regimes, 75 Jahre nach Kriegsende.
Katharina schickte ein Gedicht, das die Flüchtlingspolitik der Regierungen Europas anklagt.
Der neunjährige Toni hat mir etwas über die Inkas erzählt, von seiner Neugier für ihre versunkene Kultur. Eine Gedankenreise gegen die Langeweile – und wer weiß, was eines Tages noch daraus wird. Einer seiner beruflichen Träume: eine Sachbuchreihe herausgeben.
Nachtrag: Den ganzen Tag fegte ein böiger Wind übers Grundstück, wirbelte die Sandkästen auf und die trockene Erde. Das dritte Dürrejahr scheint bevor zu stehen.
Ulla

 

Stimmen – Beiträge – Interviews

 

Anni

Erst dachte ich mir, dass ich nicht wirklich Interessantes beizutragen hätte. Nun habe ich eine weitere fast schlaflose Nacht verbracht.
Die Hälfte der Zeit verbringe momentan nicht bei LeNa, sondern auf dem Land, bei meinem Freund. Seinem fotografisch freiberuflich tätigen Sohn in Paris, der die Zeit der Ausgangssperre hier mit uns verbringt, bricht ein Großteil seiner Aufträge weg.
Für mich als Rentenempfängerin kann es vermutlich nicht existentiell bedrohlich werden. Ganz anders sieht es jetzt schon aus für meine von freiem Theater und Zirkus lebende Tochter (in Andalusien) sowie ihrem spanischen Freund und all ihren Freunden dort. Seit sechs Wochen erleben sie weltweit die striktesten Ausgeh- und Arbeitsverbote ohne dass für sie Ausgleichszahlungen, Sozialleistungen oder Mietreduzierungen o. ä. zur Verfügung stünden. In einem Land mit einer sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit und Gehältern von netto 4-5 €/Std. selbst für Erzieher*Innen schon vor der Corona-Krise stehen die Chancen schlecht für einen Job zur Überbrückung.
Anderthalb Jahre engagierte und harte Arbeit mit ihrer jungen Theatercompany, bestehend aus vier Frauen, sind verloren, denn alle Festivals und Aufführungen für dieses Jahr sind bereits abgesagt worden!
Viele Fragen tun sich auf.
Was werden sie tun, um zu überleben?
Werden sie zurückkehren können zu ihrer Kunst, die ihnen so sehr am Herzen liegt?
Werden sie die Kraft finden für einen Neustart und wann wird das sein können?
Wird es ganz andere berufliche Orientierungen geben müssen und was wird überhaupt möglich sein?
Fragen über Fragen, die mich nachts umtreiben. Und da ich es jetzt einmal aufgeschrieben habe, kann ich vielleicht ein Stück besser loslassen und Vertrauen in die Fähigkeiten dieser jungen Menschen setzen, kreative Lösungen für sich zu finden. Und darauf bauen, dass es auch gesellschaftliche Antworten auf diese Fragen geben wird.

 

Uwe

Mich beeindruckt, wie viel Miteinander in den letzten Wochen entstanden ist. Man schaut genauer hin und hört besser zu, wie es den Nachbarn geht. Man hilft sich, in vielfacher Hinsicht, angefangen bei der täglichen Frage per Mail: Kann ich jemandem was vom Einkauf mitbringen? Man trifft sich abends zum Singen – auf unserer Wiese, von Terrassen und Balkonen. Dieser 19-Uhr-Termin ist eine feste Institution für die meisten LeNas geworden.
Noch wichtiger ist es für mich, über den Tellerrand zu gucken. Empathie und Hilfsbereitschaft können ja nicht am Gartenzaun enden. Die Schreie nach Hilfe sind unüberhörbar, nicht nur bei Spargelbauern. Da sollte der Blick auch in die Ferne schweifen. Ich bin im Austausch mit Lutz van Dijk, der uns hier im letzten Sommer besuchte und einen mitreißenden Vortrag hielt. Über das Kinderheim HOKISA, das er im Township Masiphumelele bei Kapstadt mit aufgebaut hat. Ein Waisenheim für aidskranke Kinder. In dem Township leben 40.000 Menschen unter miserablen Bedingungen. Jetzt kämpfen sie mehr denn je ums Überleben, auch die Kinder und Mitarbeiter von HOKISA. Sie brauchen unsere Unterstützung – ideell, aber auch materiell durch Spenden!  „HOKISA darf nicht schließen, diese Kinder haben nur uns“, schreibt Lutz. Und er schickt ein Foto mit von vier HOKISA-Kindern, die glücklich ihre gerade gefundenen Ostereier zeigen.
 
 
 
 
 

Fenster in der Genozid-Gedenkstätte Gisozi

 

 

Polly

Fast niemandem in meinem Umfeld bekannt, mir aber sehr präsent, ist, dass in diesen Tagen kwibuka begangen wird. Kwibuka 26, um genauer zu sein, was das jährliche Gedenken an den Genozid in Ruanda meint (kwibuka ist Kinyarwanda für erinnern). Dieser begann am 1. April 1994 und dauerte rund 100 Tage bis Mitte Juni.
Schon in „normalen“ Jahren ist das den deutschsprachigen Medien nur wenige bis gar keine Zeilen wert, aber in Tagen von Corona wird noch weniger über Afrika-Themen berichtet als ohnehin. Mir geht es ein wenig wie Katharina, die kürzlich darüber schrieb, wie gerade so viel Leid und Not in anderen Ecken der Welt vergessen werden. Natürlich können wir das nie gegeneinander aufwiegen und selbstverständlich beschäftigen uns die Dinge, die uns direkt berühren, viel unmittelbarer.
Nun ist eine Pandemie wie wir sie gerade erleben kein Völkermord, man kann das in keinster Weise vergleichen. Aber dadurch, dass ich durch den Kurznachrichtendienst Twitter mehrmals täglich an kwibuka 26 erinnert werde, ist mir das Thema gerade sehr nahe. Das Kigali Genocide Memorial, lässt zahlreiche Zeitzeug*innen zu Wort kommen. @Kwibuka26 dokumentiert, was am jeweiligen Tag vor 26 Jahren passiert ist. Etwa das Massaker in der Kirche von Nyamata, in der am 15. April 1994 über 10.000 Menschen umgebracht worden sind.
Ich habe diese Kirche vor 12 Jahren besucht, wie auch einige weitere Gedenkstätten in Ruanda. Vor dem Hintergrund unserer eigenen Geschichte war das besonders eindrücklich. Ich spürte da eine merkwürdige „Verbundenheit“ (ein merkwürdiges Wort an dieser Stelle); denn wir Deutsche wissen aus unserer Geschichte, zu welch schrecklichen Dingen jeder Mensch fähig ist. Ich habe damals einen Text über meine Eindrücke geschrieben, den ich kürzlich wieder gelesen habe – Leid ist universell, Leid ist allgegenwärtig, was wir tun können und müssen ist, einen aufrichtigen und verantwortungsvollen Umgang damit zu finden.
 

Zu meinem Artikel von 2012

Wer sich mit Ruanda beschäftigt, kommt nicht um den Genozid herum. Vor Ort kann man ihm auch nicht entgehen. Überall entlang der Landstraßen begegnen einem die rosa gekleideten Sträflingskolonnen. Viele von ihnen sind Völkermordverbrechen bezichtigt und sie müssen zum Beispiel im Straßenbau oder der Landschaftspflege arbeiten. Es gibt mehrere Gedenkstätten im Land, etwa die zentrale Gisozi Genocide Memorial Site in Kigali, ein Museum, das mittels einer Multimedia-Ausstellung die Geschichte des Genozids in Ruanda darstellt und daneben Genozide weltweit thematisiert. Auch außerhalb Kigalis erinnern einige Orte an die grausamen Ereignisse des Jahres 1994, zum Beispiel die Kirche in Nyamata. Über 5.000 Menschen hatten in dem kleinen Steingebäude Schutz gesucht. Dicht aneinandergedrängt und in Todesangst müssen sie hier ausgeharrt haben, bevor sich ihre Mörder Zutritt zur Kirche verschafften und mit einem zwei Tage andauernden Massaker beginnen konnten. Zum Schluss warfen sie Granaten, damit auch kein Mensch überleben sollte. Von den Granatsplittern geschlagene Löcher sind bis heute in den Wänden und der Decke sichtbar. Auf den Kirchenbänken und rund um den Altar liegen die Kleidungsstücke der Getöteten, Hosen, Blusen, Röcke, Hemden, Pullover, in allen Größen und Farben. Hinter der Kirche gibt es mehrere unterirdische Grabkammern. Hier liegen die Knochen und Schädel von 45.000 Toten. Durch ein enges Fenster kann man in die Gruft hinabsteigen und an Regalen mit Gebeinen entlanggehen, Schädel aller Größen, vom Kleinkind bis zum Erwachsenen, sind dort aufgebahrt, einige haben Löcher von Macheten. Zum Eindringlichsten, was ich je erlebt habe, gehört der Besuch der Gedenkstätte Murambi. Diese ehemalige Berufsschule diente 30.000 Menschen als Zufluchtsort während des Völkermordes. Heute sind 2.000 Tote in den 24 ehemaligen Klassenräumen aufgebahrt und es gibt ein Massengrab auf dem Gelände. Die Gedenkstätte ist etwas abseits einer Hauptstraße gelegen, vielleicht drei Kilometer. Vier sich hier zufällig begegnende Besucherinnen, zwei Deutsche, zwei Amerikanerinnen, treffen sich in der neu errichteten lichten Eingangshalle der Gedenkstätte, etwas abseits von den früheren Schulgebäuden gelegen. Niemand spricht etwas und zunächst ist kein Mensch zu sehen. Plötzlich steht ein junger Mann in der Tür und sagt leise: „Come“. Er geht voran zu dem aus mehreren Gebäuden bestehenden Schulkomplex. Jedes Gebäude besteht aus sechs Räumen, die jeweils von einer Veranda abgehen. Der junge Mann schließt wortlos alle sechs Türen des ersten Gebäudes auf. In allen Räumen sind mumifizierte, von Kalk weiße Leichen aller Altersstufen nebeneinander auf Holzgestellen aufgebahrt. An manchen Wänden sind noch Blutspritzer zu sehen. Vereinzelt liegen Plastikblumen zwischen den Toten; über allem ein leicht süßlicher Geruch. Angesichts dieses Anblicks fühlen wir alle große Beklemmung. Es herrscht Stille bis auf das Knacken des sich in der heißen Sonne ausdehnenden Wellblechdaches. Die Fenster sind mit Plastikplanen verhängt. Nach dem Verlassen eines Raumes schließt der junge Mann hinter uns ab. Was für ein schrecklicher Ort, um hier jeden Tag zu sein. In manchen Räumen liegen vorwiegend Kinder: Babys, Kleinkinder, Kinder im Grundschulalter. Draußen die Schreie junger Ziegen, sie klingen wie Kinderweinen. Was haben wohl die Menschen in den umliegenden Häusern, Dörfern, Hügeln während des Massakers gehört? Waren dort überhaupt noch Menschen in jenen Tagen? Aus jedem Raum erneut auf die Veranda kommend, fällt der Blick auf die umliegenden grünen Hügel, welch ein Kontrast. Es fällt mir schwer, das Gesehene zu erfassen, noch nie habe ich einen toten Menschen gesehen und nun gleich so viele auf einmal. Viele Schädel sind eingeschlagen, zertrümmert, haben Löcher, viele Körper sind grotesk verdreht. Sie sind alle anonym und wirken in gewisser Weise entmenschlicht, weil sie weiß sind, geschrumpft, mumifiziert. Doch bei vielen erkennt man noch die Gesichtszüge, manche Münder schreien, viele Schädel haben noch Haare, manche Körper sind bekleidet. Der junge Mann geht weiter zum zweiten Gebäudekomplex. Noch mehr Tote sind dort aufgebahrt. Nach dem Verlassen des zwölften Raumes steht plötzlich ein älterer Mann vor dem Gebäude und fragt: „You have seen enough, have you?“ Später erzählt er, dass er seit zehn Jahren hier arbeitet. Er weiß um die Wirkung der Toten auf die Lebenden und übernimmt nun den Abschluss der Führung. Bringt uns in einen Raum, in dem nur einzelne Gebeine und Schädel liegen, in eine Halle, in der in den Fächern vieler Regale die Kleider der Toten aufbewahrt werden, und schließlich, vorbei an einem Massengrab, zurück zur Eingangshalle, wo eine Spende geleistet und ein Eintrag in das Gästebuch vorgenommen werden kann. Den Rückweg zur Hauptstraße gehen wir, die uns hier zufällig getroffen haben, zu Fuß. Viele Menschen sind unterwegs, die meisten, die uns entgegenkommen, grüßen uns, die Kinder fragen nach Süßigkeiten oder Geld, ein Junge schüttelt uns die Hände und sagt: „I want to greet you.“ Ein kleines Mädchen begleitet uns ein Stück und nimmt uns dabei abwechselnd an der Hand. Man merkt, wie dicht besiedelt das Land ist, überall Menschen, jedes Stück Land ist bebaut oder kultiviert.
 
 
 

Katharina

Ein Gedicht für Euch
Letztens ist mir beim Lesen auf der Terrasse (zum Lesen komme ich nun endlich mal wieder regelmäßiger) ein Gedicht des Satirikers Thomas Gsella ins Auge gefallen, welches ich gerne mit euch teilen möchte. Es drückt so ein bisschen das aus, was der eine oder andere bestimmt auch schon mit Erstaunen festgestellt hat mit Blick auf die politische Bühne: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Doch leider nicht nur im Guten.
 
Die Corona-Lehre
Quarantänehäuser sprießen,
Ärzte, Betten überall,
Forscher forschen, Gelder fließen,
Politik mit Überschall.
Also hat sie klargestellt:
Wenn sie will, dann kann die Welt.
Also will sie nicht beenden
Das Krepieren in den Kriegen,
Das Verrecken vor den Stränden
Und dass Kinder schreiend liegen
In den Zelten, zitternd, nass.
Also will sie. Alles das.
Thomas Gsella, Erstveröffentlichung in „Das Magazin“ 8/2020, 22.2.2020
 
 

Ulla – Begegnung mit Toni (9)

Am dem Freitag, als Toni erfuhr, dass die Schulen geschlossen werden, dachte er zuerst „oh Schreck“. Und dann, ein paar Minuten später, überlegte er, womit er sich in dieser Zeit beschäftigen könnte. Sachunterricht ist sein Lieblingsfach, für das er besonders gern lernt. Er gehört auch zur Forscher AG, die praktische Versuche macht, zum Beispiel experimentell erkundet, warum Schiffe schwimmen.
Azteken oder Inkas? War die Frage, beide Hochkulturen interessieren ihn sehr. Er entschied sich schließlich für die Inkas. Schon vor einer Weile hatte er ihre Kultur im dem Hörspiel „Die Inka-Mumie“ ein wenig kennengelernt. Mithilfe eines reich bebilderten Buches reiste er in die Vergangenheit Südamerikas, sechshundert Jahre und mehr zurück.
„Machu Picchu“, schon bevor wir richtig sitzen (mit Abstand natürlich, an der Feuerstelle), fängt Toni an. „Kennst du die Stadt in den Anden?“ Es ist immer spannend, ihm zuzuhören, wenn er von seinen Wissensgebieten spricht. Sein Berufswunsch (einer von mehreren), eine Sachbuchreihe herauszugeben, passt gut zu ihm, glaube ich. Weil er andere mit seiner Begeisterung anstecken kann und Leuten wie mir, denen das Thema fremd ist, gerne etwas erklärt. „Sapa Inka“ war der Titel des Herrschers, erfahre ich, das bedeutet „der einzige Inka“. Dieser regierte nach strengen Regeln, Faulheit zum Beispiel galt als Straftat, Trunk hingegen nicht. Alle Reste vom Tisch des Sapa Inkas wurden von auserwählten Frauen verbrannt, denn er war ein direkter Nachfahre des Sonnengottes, daher galten auch die Speisen als göttlich. Diese Regel würde er, Toni, unbedingt ändern, stattdessen das Essen den Armen geben. Auch die Strafen im Inka-Reich findet er nicht so ganz o.k., jemanden lebendig von einer Klippe stürzen, das müsste nicht sein.
„Und wie viele Frauen hatte der Sapa Inka?“ – „Er durfte mehrere haben. So um die drei.“ Toni lacht, und ich auch. „Aber lange nicht so viel wie Ramses. Der hatte hundert, den Rekord knackt so schnell keiner.“
„Und wie lebten die normalen Inkas so?“ Bekanntlich sind solche Fragen am schwierigsten zu beantworten, denn das Leben er einfachen Leute hinterlässt meistens wenig Spuren. „In Hütten aus Stein lebten sie“, sagt Toni, „die Mauern waren ohne Mörtel, wie ein Puzzle zusammengesetzt.“ Sie aßen Mais, er galt als heilige Pflanze, aber Popcorn kannten die Inkas nicht. Sehr wichtig war die Kartoffel, in einem speziellen Verfahren wurden sie gefriergetrocknet. In Frostnächten wurden sie auf den eisigen Boden gelegt, tagsüber taute die Sonne sie wieder auf. Nach ein paar Tagen wurden sie gründlich zertrampelt, um die Feuchtigkeit zu reduzieren. Am Ende waren sie konserviert: kleine, schrumpelige, schwarze Dinger, genannt „Chuño“. Angeblich waren sie Jahre lang haltbar.
„Meerschweinchen aßen die Inkas gerne…und …“Stoff für einen ganzen Nachmittag, aber wir halten uns an die Corona-Regeln, 15 Minuten müssen reichen. „Die Inkas finde ich ein bisschen sympathischer als die Ägypter“, meint Toni noch. „Beides sind Hochkulturen“, da dürfe man nicht so streng urteilen.
Und dann bringt er noch ein neues Thema auf: „Ich kann mir vorstellen, dass ich später mal eine eigene Stadt entwerfe.“ Gerade ist er dabei, eine „Stadt der Affen“ zu planen. Inspiriert dazu hat ihn der Song „Stadtaffe“ von Peter Fox. In richtigen Wohnungen, „wie bei LeNa“, sollen die Affen leben. Diese sind nur mit Netzen erreichbar, nicht über Treppen und Aufzüge. Ein ganzes System von Netzen wird er zeichnen. Es gibt auch ein Regierungszentrum, das „Affitool“.
 
 
 
 
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