Kategorie-Archiv: Bau

Ihr wolltet möglichst ökologisch bauen – konnte das verwirklicht werden?

Ja und Nein – wir haben ein sogenanntes KfW 55-Haus gebaut. Das bedeutet, dass der gesamte Heizenergiebedarf nur 55% des Mindest-Neubau-Standards beträgt. Leider mussten wir auf ökologische Baustoffe oder Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen weitgehend verzichten. Die Baukosten und Instandhaltungskosten spielten immer wieder eine große Rolle.

Außerdem: Im Gegensatz zu Einfamilienhäusern müssen bei einem so großen Bauprojekt auch viel mehr statische, brand- und schallschutztechnische Vorgaben und die Barrierefreiheit erfüllt werden. Das schränkt die Auswahl der Baustoffe an vielen Stellen ein.

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Interview mit Judith und Dieter

Wir haben aber versucht, in „kleinen Dingen“ ökologische Materialien zu verwenden: keine Dispersionsfarben, sondern Silikatfarben, kein Gipsputz,  sondern Kalkzementputz, Zellulose und Holzwolle als Dämmmaterialien im Staffelgeschoss, Holzparkett im Standard, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

 

 

Gab es die Möglichkeit für Eigenleistungen?

Nur sehr begrenzt – Eigenleistungen durften den Bauablauf nicht stören. Das ist auch eine Gewährleistungsfrage: die Behebung der Schäden bei Eigenleistungen, die sich nicht nur auf die eigene Wohnung beziehen, sind dann nicht mehr über die Baufirmen abgedeckt.

Nachdem die Wohnungen technisch abgenommen waren, haben wenige von uns selbst gemalert, eine hat den Fußboden selbst verlegt und jemand hat die Innentüren selbst eingebaut.

 

Warum gibt es breite Laubengänge?

Seit wir bei LeNa sind, gehörten Laubengänge immer zum Planungskonzept. Die Gruppe hat sie als zusätzlichen Raum für  Kommunikation gesehen – deswegen auch nicht eng und  schmal. Die Zugänge zu den Wohnungen geschlossen und beheizbar zu erstellen,  wäre nicht nur im Bau, sondern auch im Betrieb viel teurer geworden. Das gilt auch für die offenen Treppenhäuser.

 

Warum sieht man so viel Beton?

Vorwiegend aus Kostengründen. Wir haben uns immer eher für größere Gemeinschaftsflächen entschieden als für teure  Baustoffe.

Wir hätten gern offene Geländer in den Laubengängen gehabt, die  wurden aus Brandschutzgründen nicht genehmigt, Sicherheitsglas,  das für eine größere Leichtigkeit gesorgt hätte, war zu teuer. Die niedersächsische Bauordnung hat – im Gegensatz zu  Hamburger Bedingungen – keine „feineren“ Lösungen zugelassen.

 

Wie heizt ihr?

Mit einem Blockheizkraftwerk. Es produziert den größten Teil der Wärme, die wir für unsere Gebäude benötigen und einen kleinen Teil des Stroms. Immer, wenn das nicht reicht, springt ein Gas-Brennwert-Kessel an und liefert den Rest Energie.

Die Sonne nutzen!
Die Sonne nutzen! Wir prüfen, was wir auf unserem Dach zukünftig installieren können.

Wir möchten in Zukunft gerne Solar-Thermie und Photovoltaik nachrüsten.